Ich bot meinen Rücken den Schlagenden und meine Wangen den Raufenden, mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.

Jesaja 50:6
Schmach und Schande

Im Tagesvers spricht der Herr Jesus prophetisch von den Leiden, die Ihm die Menschen kurz vor seiner Kreuzigung zufügten. Es beeindruckt uns, wie Er alle Misshandlungen ruhig über sich ergehen liess.

«Ich bot meinen Rücken den Schlagenden.» Dieses Wort erfüllte sich, als Jesus vor dem römischen Richter stand. In Johannes 19:1 lesen wir dazu: «Dann nahm nun Pilatus Jesus und liess ihn geisseln.» Grausame Geisselhiebe trafen den Rücken des Heilands, der die Schläge still ertrug. Als Sohn Gottes hätte Er dieser Bosheit sofort ein Ende machen können. Doch Er tat es nicht, weil alles in Erfüllung gehen sollte, was über Ihn geschrieben stand.

«Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.» Diese Prophezeiung traf zweimal ein. Zuerst musste Jesus erleben, wie Ihn die angesehenen Mitglieder des jüdischen Synedriums niederträchtig behandelten: «Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten» (Matthäus 26:67). Einige Stunden später gingen die rauen römischen Soldaten genauso gemein mit Ihm um: «Sie spien ihn an, nahmen den Rohrstab und schlugen ihm auf das Haupt» (Matthäus 27:30).

Was für eine Schmach war es für den Herrn Jesus, so von den Menschen misshandelt zu werden! Wie schmerzte es Ihn, dass sie seine Liebe mit Bosheit beantworteten! Dennoch blieb Er ruhig und ergeben. Mit welcher Würde ertrug Er diese Demütigung!

Aus Beröa Leselounge